The Chaos that controls my mind will try to keep me satisfied
RSS Icon Email-Icon Home-Icon
  • Ich werd alt…

    Geschrieben am 2. März 2010 Xooyoo 1 Kommentar

    In den letzten Tagen ertappe ich mich immer öfters bei dem Gedanken: “Mensch war früher das Internet doch abgefahren!” Damals als noch asl und ein Nickname vollkommen als Information über den Gegenüber ausreichten, ja da war die Welt noch in Ordnung. Und hey, das Jemand ein Bild von sich im Internet hatte, das war damals ein absolutes Kuriosum, denn wer hatte schon eine dieser unverschämt teuren Digitalkameras.

    Und heute ist das Internet personalisiert, Fotos von mir sind an jeder Ecke erhältlich und der ganze Spass ist auch günstig wie niemals zuvor. Manchmal gibt mir diese Entwicklung schon zu denken. Gut, das ist ein Stück weit der technische Fortschritt, aber dass es inzwischen soweit ist, dass automatisierter Content nur noch mit Kommentaren versehen wird, das hätte ich so nicht für möglich gehalten.

    Was mich in letzer Zeit zusätzlich verwundert ist die Frauenquote: Wie kommen den plötzlich die ganzen Frauen ins Netz? Früher waren Geschlechterverhältnisse von 80 % männlich zu 20% weiblich oder schlimmer Gang und gebe. Heute sind im halben Internet mehr Frauen als Männer unterwegs…

    Und plötzlicher kommt der Fernseher auf seiner Versenkung hervorgekrochen, da wird auf Twitter dem angeblichen “Leitmedium” des Internets die halbe Zeit über irgendwelche Fernsehsendungen hergezogen. Ich hatte das Medium Fernsehen so schon vor mehreren Jahren eigentlich vollkommen abgeschrieben.

    Ok, vielleicht ist das Internet im Mainstream gelandet und ich bin mitgezogen worden, schließlich hätte ich auch WoW spielen können. Dann würde ich heute wahrscheinlich immer noch im IRC hocken, alle würde mich nur als Xooyoo kennen und die Welt wäre noch in Ordnung. ;-) Ok, wenn man mal von den möglichen Nebenwirkungen übermäßigen WoW Konsums absieht…

    Aber jetzt mal ehrlich als man sich im Internet noch hinter Pseudonymen versteckt hat, sich relativ sicher war, dass in abgeschlossenen Foren oder IRCs, die Kommunikation nicht nach außen dringt, hängen wir heute auf Facebook und lassen sämtliche Details wissentlich und willentlich spidern.

    Naja wie gesagt, ich werd alt…

  • Unfreiwillig komisch: Ascent

    Geschrieben am 21. Februar 2010 Xooyoo 3 Kommentare

    Am Freitag Nachmittag hatte sich meine Schwester angekündigt, und mir nur mitgeteilt, dass sie auf dem Weg zu einer Abendveranstaltung nach Ludwigsburg mal eben bei mir vorbeischauen würde. Wie ich meine Familie kenne, dachte ich mir: Klar das ist wieder eine dieser “Selig sind da geistig Armen.” bzw. evangelikalen Veranstaltungen.  Da ich eine evangelikale Religionsinterpretation für ziemlich hirnrissig erachte und z.B. die Berliner Erklärung für ein historisch wertvolles Dokument halte, hat sich das Thema Religion in unserer Familie zu einem ziemlichen Tabuthema entwickelt. Ok, ich weiß es ist nicht angenehm mit mir über Religion zu diskutieren, zumal ich diese Diskussionen, zwar notfalls mit den heftigsten K.O. Argumenten, gewinne.

    Ok, Freitag nachmittag stand also meine Schwester in meiner Wohnung und erklärte mit, dass sie zu einem Finanzvortrag 175 km weit gefahren ist. Da im Forum Schlosspark in Ludwigsburg der Manager eines der größten in Europa investierenden Investmentsfonds spricht. Gelinde gesagt war ich etwas überrascht, aber gut nachdem sie mir mitgeteilt hatte, dass sie eine Eintrittskarte für mich dabei hätte dachte ich mir: Gehste halt mal mit. 4 Stunden später war ich reichlich verwirrt, wieder zu Hause und nachdem ich am nächsten Morgen 21 km gerannt war, fand ich die ganze Aktion zum Brüllen komisch. Anbei mal die lustigsten Beispiele:

    Ascent AG

    Der Veranstalter dieses Vortrages war die Ascent AG aus Karlsruhe. Ein nach ihrer Selbstdarstellung unabhängiger und freier Investmentsfondsvermittler. Die Rechtsform Aktiengesellschaft zu wählen, sich gleichzeitig aber als Familienunternehmen darzustellen, Jungs das ist ganz großes Tennis. Die Rechtsform einer Aktiengesellschaft hat doch nur den Vorteil der erhöhten Fungibilität der Unternehmensanteile. Um meine Anteilseigner zu schützen muss im Gegenzug ein Aufsichtsrat bestellt werden. Wenn ich ein unabhängiges und freies Familienunternehmen betreiben möchte, dann werde ich den Teufel tun und mich der Kontrolle eines Aufsichtsrates, und damit meiner Kapitalgeber aussetzen. Zwar kann die Umwandlung in eine AG, dank dem mehr zur Verfügung stehenden Kapital Wachstumsprozesse beschleunigen, aber ich habe aus meinem Fenster den Blick auf die Robert Bosch GmbH, meines Wissens das beste Gegenbeispiel für die Umwandlung in eine AG.

    Karneval und Fasching ist eigentlich vorbei

    Ein ordentliches Outfit wird bei Ascent groß geschrieben. Dementsprechend vorherrschend waren dunkle Anzüge und Kostüme bei den Damen. Aber die meisten Gäste bewegten sich mit einer Unnatürlichkeit in Anzügen, das war aller Ehren wert. Farbkombinationen, die starke Zweifel an der sexuellen Orientierung der jeweiligen Person aufkommen lassen würden waren an der Tagesordnung: Weinrote Hemden, gemusterte Krawatten, Pastellfarben, Dreiteiler! Ich bilde mir zwar nicht zu viel auf meine Modekompetenz ein, aber die Anzahl der Personen, denen ich zugestehen würde, dass sie in etwas in Richtung Geschäftsanzug tragen können, war stark in der Minderheit.
    Hallo das Teil ist die Finanzbranche, da geht Individualität mal gar nicht!
    Der gute Mann von der Ascent, der durch den Abend führte, passte voll ins Bild, ein labriger Anzug, ein mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gebügeltes Hemd und keine Krawatte.

    KSC und Europapokal

    Ascent war mir zuvor nur als Sponsor des KSC aufgefallen. Auf meinem Sitzplatz befand sich ein das ascent Magazin, also blättere ich vor dem Beginn der Vortragsreihe ein wenig darin herum. Dort fand ich den Satz: “Internationale Wettbewerbe sind das Ziel – Der KSC setzt in der Eliteliga auf spielerische Akzente“. Kurzzeitig war ich verwirrt, weil ich hätte die Zukunftsaussichten des KSC eher mit dritter Liga als mit Europapokal eingeschätzt. Auf dem abgebildeten Mannschaftsfoto des KSC fand ich zu meiner Verwunderung den guten Iron Maik wieder. Gut, das Magazin war aus dem Jahre 2008! Als mir wenige Minuten später der gute Mann von Ascent zu erklären versuchte was für eine sensationelle Researchabteilung sie besitzen, die nur die besten Aktienfonds auswählt, und dann mit irgendwelchen stark vereinfachten Chartanalysen um sich geworfen hat, dachte ich mir: Ok, in der Researchabteilung sitzen wirklich super Personen. So stark unterscheidet sich Fußball nicht von der Börse, für den Europapokal benötigt man a) einen wirtschaftlich stabilen Verein, und b) eine über Jahre anhaltenden konstante Planung. Alles andere sind Eintagsfliegen. Der KSC ist chronisch pleite, und einen ordentlichen Plan vermisst man im Wildpark schon lange. Das ascent eigene Researchtool hätte für die Zukunft: “Dritte Liga, Karlsruhe ist dabei.” ausspucken müssen…

    Fidelity
    Der nächste große Auftritt gehörte der Fondsgesellschaft Fidelty. Endlich einmal ein Mensch dem ich eine grobe Ahnung unterstelle, wie man sich richtig kleidet! Nach seiner kurzen Vorstellung, dachte ich mir: Guter Mann, guter Verkäufer also passe ich mal lieber auf. Er übergab wenig später das Wort an seinen Kollegen Alexander Scurlock, den Fondsmanger des Fidelty Europan Growth Fonds, der als Hauptredner des abends angekündigt war. Ein Engländer und ach ich liebe diesen britischen Humor, seine Aktionen waren im Nachhinein zum Brüllen komisch und wirklich übel zynisch.

    Erste Aktion er hat seinen Vortrag komplett in Englisch gehalten, ich glaube die Mehrheit des Publikums war davon total überrascht, dabei hat er sich wirklich Mühe gegeben sich einfach auszudrücken. Der Tenor im Publikum danach war: “Diese Fachbegriffe!” Ich fragte mich leicht verwundert: Welche Fachbegriffe? Wenn man nicht weiß, dass Bonds Rentenpapiere/Anleihen sind und shares Aktien, dann frage ich mich wirklich ob ich mein Geld an Börse bringen muss.

    Als er damit fortfuhr die wirtschaftliche Lage der Welt und insbesondere Europas zu erklären, war ich doch echt überrascht mit welcher Gleichgültigkeit das Publikum seine Ausführungen zur Kenntnis nahm. Da führte er allen Ernstes auf, dass die wirtschaftliche Erholung zuerst in Deutschland starten würde, da Deutschland in den letzten Jahren Produktivitätssteigerungen von ca. 10% erwirtschaftet habe.  Im Vergleich dazu hätten Griechenland, Spanien oder Portugal Produktivitätsverschlechterungen von bis zu 40% eingefahren, was in der Krise natürlich stärker belastend wirkt. Mehr oder weniger hat er also gesagt: Tja ihr armen Deutschen, ihr habt in den letzten 10 Jahren rund 10 % weniger verdient, während die Griechen usw. eine Riesenparty gefeiert haben und jetzt dürft ihr auch noch für ihren Kater bezahlen. Bin ich froh, dass wir Engländer das Pfund behalten haben… Zu geil.

    Als er dann auch noch ausführte er habe aktuell die Deutsche Bank in seinem Fondsportofolio begann ich mit der Zeit wirklich an der geistigen Konstitution der anderen Zuhörer zu zweifeln. Er hat allen Ernstes das Geschäftsmodell der DB über den grünen Klee gelobt. Wer sich nur ein klein wenig mit der DB in den letzten 10 Jahren beschäftigt hat, wird feststellen, dass die DB ihr Privatkundengeschäft, dass sie vormals in die Deutsche Bank 24 ausgliedern wollte, wieder reingeholt und jetzt Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG heißt. Vielleicht mag der ein oder andere sich auch erinnern, dass die DB ohne staatliche Hilfen durch die Finanzkrise geschippert ist und inzwischen wieder kräftig schwarze Zahlen schreibt. Und auch wenn sie nicht gerade als günstig bezeichnen würde, die wissen inzwischen auch, dass sie mich nicht als Kunden vergraulen sollten, und das kriegen sie bisher eigentlich ganz gut hin…

    Fidelity European Growth Fonds
    Gut, die ganze Aktion war eine Verkaufsveranstaltung für eben den Fideltiy European Growth Fonds. Der natürlich als sensationeller erfolgreicher Fonds angepriesen wurde. 613 % Wertsteigerung in 20 Jahren hören sich auch sensationell an, und der Vergleich mit einen Union Investment und einem Dekafonds die beide wesentlich geringer im Wert stiegen waren auch sehr eindrucksvoll. Schaut man sich den Fonds aber mal genauer an, stellt man unweigerlich fest, das er eine ziemlich graue Maus ist. Ich würde seine Performance im Vergleich zu anderen Fonds höchstenfalls als durchschnittlich bezeichnen. Ok, wählt man den langfristigen Zeitraum von  über 10 Jahren hatte er eine ordentliche Perfomance…

    In diesen ganzen sensationellen Wachstumscharts der Fonds werden typischerweise aber immer Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren herausgerechnet! Das macht jedes Jahr 1,5 % weniger an Verwaltungsgebühren und ein Ausgabeaufschlag von 5,25 % ist auch nicht gerade günstig.
    Um das grob in Zahlen auszudrücken Auszudrücken: Im Verkaufsprospekt steht aus 10.000 Euro wären in 19 Jahren 71300 Euro geworden. Super, wenn ich unter der Annahme eines linearen Wachstums mal die Verwaltungsgebühren und den Ausgabeaufschlag herausreche, sind das eben keine 71300 Euro sondern nur: 50700 Euro. (Das Unterstellen eines linearen Wachstums ist bei Aktienfonds weit hergeholt, die tatsächlichen Gebühren dürften eher höher liegen, aber die 50700 Euro sind kein schlechter Anhaltspunkt.)  Sind ja nur knapp 40 % Unterschied zwischen den beiden Beträgen.
    19 Jahre Laufzeit für einen Aktienfonds sind meiner Meinung ein wenig weit hergeholt. In einem überschaubaren Zeitraum von 3 Jahren ergeben sich folgende Zahlen: Vor 3 Jahren 10000 Euro angelegt: Herzlichen Glückwunsch sie haben gerade noch
    6422 Euro! In meiner Rechnung wurden Bankgebühren, wie Transaktionsgebühr, Maklercourtage, Depotgebühren usw. nicht berücksichtigt, diese kommen je nach Bank ebenfalls mit einem ordentlich Prozentsatz hinzu.

    Investition in Sach- statt Geldwerte

    Ein weiterer Marketinggag von Ascent. Ein Fonds ist kein Sachwert, beschließt der Fondsmanager kurzerhand auf Cash zu sitzen oder gar short zu gehen, dann ist das alles nur kein Sachwert! Warum ich bei einem Aktienfonds auch noch Geld bezahlen muss, um das mir eigentlich zustehende Recht, auf den Hauptversammlungen der Unternehmen, in die der Fonds investiert, mein Stimmrecht auszuüben halte ich seit jeher für ein starkes Stück.

    Multi- Level- Marketing

    Das Vertriebskonzept von Ascent ist legendäres Multi- Level Marketing! Ich dachte dieses Vertriebsmodell wäre inzwischen auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet. Ich will mich jetzt nicht groß weiter zum Sinn und Unsinn von MLM auslassen. Aber warum eine Upline prozentual an den von mir generierten Provisionen mitverdienen soll, dass konnte mir bisher keiner schlüssig erklären. Ebenfalls ist mir komplett unklar, warum ich mich von Jemanden in Finanzfragen beraten lassen sollte, der möglicherweise nicht mal einen qualifizerten Abschluss auf diesem Gebiet hat.

    Fazit

    Liebe Jungs und Mädels von Ascent, ich werde meine Finanzprodukte weiterhin günstig über maxblue erwerben. Da die Deutsche Bank ein eigentlich ganz netter Laden ist kann ich dort mir dort meine bevorzugten Aktien außerbörslich ordern. Dann darf ich einmal im Jahr zu einer sensationellen Hauptversammlung, deren Entertainmentwert, den von eurem financial entertainment um Welten schlägt, und dazu gibt es in der Regel Flatrate Saufen und Fressen!

    P.S.: Die Aktion für den nächsten Vortrag 8 Euro Eintritt zu verlangen ist schon Klasse. Da ich davon ausgehe, dass das Niveau nicht sonderlich steigen wird werde ich mir diesen Vortrag mal lieber sparen.
    Wenn hier jemand in den Kommentaren auf die Idee kommt ich müsste an meine Altersvorsorge denken, dem sei gesagt: Lieber leichtsinnig als schwachsinnig!

  • Gedanken am Samstag- von Frauen und Hunden

    Geschrieben am 30. Januar 2010 Xooyoo 5 Kommentare

    buegel Immer wenn ich Samstags am Bügeln meiner Wäsche bin, kommt mir unweigerlich der Gedanke: “Xooyoo, du könntest dir mal langsam eine Frau suchen.” Ich weiß jetzt nicht warum mir der Gedanke ausgerechnet immer beim Anblick meiner Hemden, T- Shirt und Jeans kommt, aber wahrscheinlich bin ich eben kein Freund von Haushaltstätigkeiten und würde sie liebend gerne einem weiblichen Wesen aufs Auge drücken!

    Dummerweise habe ich dann ein in Teilen funktionsfähiges Gewissen, dieses flüstert mir dann immer zu: “Aber Xooyoo du kannst doch Frauen nicht auf Hausarbeit reduzieren!”.

    Somit gerate ich ins Grübeln welche weiteren Vorteile, weibliche Wesen mit sich bringen könnten. Zum einen wäre da natürlich die Möglichkeit den Fortbestand der menschlichen Rasse zu sichern. Der Gedanke an einen kleinen Xooyoo oder Xooyaa ist durchaus mit gewissen Reizen behaftet, allerdings würde ich damit natürlich total unserem Staatsziel widersprechen, schließlich sind in Deutschland vor allem sozial schwache Kinder politisch erwünscht! Aber ich darf ja ein bisschen rebellisch sein, notieren wir neben Hausarbeit, Sex!

    Damit ist dann der Punkt erreicht wo ich gedanklich bei den Stickpunkten Treue, Liebe usw. ankomme. Und dann denke ich mir immer, ob nicht doch vielleicht ein Hund eine bessere Wahl wäre. Der hat im Endeffekt viel mit einer Frau gemeinsam, er ist in der Regel etwas unordentlich, hinterlässt überall Haare und geknuddelt will er auch sein.

    Und ehrlich gesagt, so ein Hund, der liebt dich richtig! Wenn du ihn eine halbe Stunde in den Kofferraum steckst, wie der sich freut dich wieder zu sehen. Ich wage jetzt nicht zu denken wie das mit einer Frau/ Freundin ausgeht… ;-)

  • Fail?/ Facebook

    Geschrieben am 30. Januar 2010 Xooyoo 4 Kommentare

    Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass Facebook gerade ein kleiner Wachstumsschub widerfährt. Zumindest erinnert mich gerade viel an Facebook an Twitter vor ca. einem Jahr. Dort bekam man bekanntlich öfters den lieben Fail Whale präsentiert, als Content. (Dass ihr eigener Banner gerade nicht funktioniert ist natürlich aller Ehren wert!) Auf Facebook ist es im Moment ehrlich gesagt, wesentlich schlimmer. Was Facebook auf meiner Startseite veranstaltet ist echt abgefahren. Einige Beiträge meiner Freunde werden komplett unterdrückt, andere erscheinen doppelt und das zu unterschiedlichen Zeiten, Kommentieren funktioniert nur, wenn man viel Glück hat. Da frage ich mich doch inzwischen ob der lobenswerte Ansatz einer möglichst offenen Plattform gerade nicht negativ auf die Kundenzufriedenheit durchschlägt. Gut, Facebook hat eine Marktdurchdringung erreicht, dass sie sich unzufriedene Kunden erlauben können, diese werden wegen ein paar überlasteten Servern sicher nicht zur technologisch weit hinterher hechelnden Konkurrenz wechseln. Der einzige potentielle Konkurrent, das gerade funktionierende Twitter, stellt sich immer mehr als Nerd- Spielzeug heraus, woraus sich eher Synergieeffekte für beide Plattformen ergeben dürften.

    Andreas Binder | Erstelle dein Profilbanner

    Schaue ich mir meine Timeline bei Facebook an ist es natürlich recht heftig, das ca. 95% third party Content ist. Noch vor nicht einmal zwei Jahren war User generated content das Schlagwort schlechthin. Höchstens man definiert eine Farmville – “Bitte befruchte mich!” – Meldung als User generated um, ich würde diese Meldungen aber eher als automatisierten Content bezeichnen. Betrachtet man die ganzen Spielereien auf Facebook von Geschenkherzen, über irgendwelche Quizzen bis hin zu den berüchtigten Social Games an, dann sind das vollkommene Konsumanwendungen.

    Eigentlich logisch, dass es so kommen musste, der größte Antrieb des Menschen ist eben immer noch die eigene Faulheit. Eigentlich lustig dieser Kreislauf, irgendeine geniale Truppe erfindet ein revolutionäres Produkt, das aber nur für sehr wenige von Nutzen ist. Dann setzt man Herscharen von Geeks und Nerds darauf an, und nach einigen Jahren Entwicklungszeit kommt ein regelrechtes Massenprodukt zu einem wirtschaftlich vertretbaren Preis dabei heraus, und die Geeks und Nerds ziehen zum nächsten Projekt weiter.

    Diesen ultimativen Zusammenhang will das gute Facebook mit seiner offenen Plattform natürlich voll ausnutzen. Beschäftige einen Haufen Geeks damit, dass sie dir immer wieder neue Buzzes auf deiner Plattform zaubern, weil Facebook das Publikum bietet. Eine unglaublich einfache und geniale Idee, bleibt nur zu hoffen dass Facebook seine braven Entwickler nicht dadurch verschreckt, dass es zu häufig unter Performance Problemen leidet.

    Lustig ist in diesem Zusammenhang natürlich, das Facebook trotz der wahrscheinlich durch Third Party Applikationen entstehenden Performance Probleme weiterhin aktiv Anwendungen auf ihre Plattform zieht, und lieber die User leiden lässt.
    So wird demnächst das wahrscheinlich erfolgreichste deutsche Browsergame Pennergame unter dem Namen StreetRivals auf Facebook zu finden sein.

    Oh wie mich diese Aussichten begeistern, gegen deutsche Browsergames sind Farmville und Co. wirklich unanspruchsvoll und wenig zeitaufwendig.
    In diesem Sinne: Happy gaming!

    Enhanced by Zemanta
  • Let’s say thanks

    Geschrieben am 4. Januar 2010 Xooyoo Keine Kommentare

    Gerade bin ich auf Facebook auf die Aktion “Let’s say thanks” gestoßen, dabei geht es darum amerikanischen Truppen im Auslandseinsatz eine Dankeschön- Karte zu senden. Let’s say thanks hat zwar den üblichen amerikanischen Pathos, der für uns Europäer meistens ein wenig unverständlich ist, aber wichtig ist doch was hinter der Aktion steht.

    In Deutschland diskutieren wir vor allem darüber, dass unsere Truppen wenig im Ausland zu suchen haben sollten, haben dabei aber vollkommen vergessen, dass im Endeffekt seit dem Fall der Mauer unsere Truppen regelmäßig in aller Welt im Einsatz sind.

    Ich versuche mich gerade einfach mal in die Situation eines Soldaten in Afghanistan zu versetzen. Es muss doch ziemlich deprimierend sein, wenn man für 6 Monate in einem Land hockt, in dem es nur die beiden Extreme Lebensgefahr und Langeweile gibt. Kommen in den Momenten der Langeweile dann noch die moralischen und rechtlichen Zweifel am Einsatz hinzu, die in Deutschland pausenlos kommuniziert werden, dürfte das ziemlich demotivierend sein.

    Irgendwie hat sich das deutsche Ideal vom Staatsbürger in Uniform, der stark mit der Gesellschaft vernetzt ist, durch die Auslandseinsätze gewandelt. Ich habe doch sehr den Eindruck, dass die Bundeswehr zu einer geschlossenen Gesellschaft geworden ist.

    Worin diese emotionale Distanz zwischen Armee und Gesellschaft ihren Ursprung hat lasse ich jetzt mal offen, aber es wäre in Deutschland wahrscheinlich nicht sonderlich populär, wenn ein großes Unternehmen Dankeskarten für Soldaten im Einsatz sponsert. Auch wenn solche Aktionen sicherlich die Distanz zwischen Armee und Gesellschaft abbauen würden, und im Gegensatz zu den abstrakten politischen Diskussionen Auslandseinsätzen eine persönliche Note geben würden.

    Abschließend will ich daher einfach ein persönliches “Danke” an unsere Soldaten im Einsatz schicken.

    Enhanced by Zemanta
  • Advent – Zeit des Wartens.

    Geschrieben am 11. Dezember 2009 Xooyoo Keine Kommentare

    SANYO DIGITAL CAMERA In der Kirche hat man mir immer erzählt Advent, das sei die Zeit des Wartens auf die Ankunft Christi. Warten? Prima – ich warte diesen Advent irgendwie auf Alles nur nicht auf die Ankunft Christi. Ok, ich wäre dieses Jahr zu Weihnachten mit dem jüngsten Gericht absolut zufrieden, schließlich dient der Advent doppeldeutig auch dazu sich auf die Apokalypse vorzubereiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Wiederkehr des Herrn ausgerechnet auf Weihnachten 2009 fällt, dürfte aber leider bei ca. 1E-1337 liegen.

    Gut, der Advent fing schon Scheiße an, als mein Zahnarzt mir mitteilte, dass auch meine Füllungen im Oberkiefer mehr oder weniger im Arsch sind. Meine Füllungen im Unterkiefer haben mir eine Wurzelbehandlung beschert, und nach der letzten Aufbohraktion stelle ich mir inzwischen pausenlos die Frage, ob es rechts hinten, jetzt wehtut oder ob ich inzwischen psychisch auf Zahnschmerzen konditioniert bin, dass das Ding sich schon rein aus Prinzip  komisch anfühlt. Solange ein unangenehmes Gefühl keine weiteren negativen Auswirkungen auf meinen körperliche Gesamtkonstitution hat ignoriere ich diese normalerweises geflissentlich. Am Mittwoch war ich daraufhin wieder beim Zahnarzt habe mir irgendein entzündungshemmendes Mittel auf den Zahn schmieren lassen, gut das komische Gefühl kommt und geht weiterhin wann es will, allerdings lässt die Intensität kontinuierlich nach. Eine genaue Lokalisierung bei den drei möglichen Zähnen in diesem Bereich ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Pünktlich zum ersten Februar sollen in die aktuell aufgebohrten Zähne aber hochwertige Zirkoniumdioxid Inlays hinein, die die nächsten 20 Jahre halten dürften. Von daher müsste ich jetzt alles erledigen lassen was irgendwie tiefer liegt. Zusätzliches Highlight ist natürlich, dass die Betäubungsspritze, die ich Anfang Dezember in meine rechte Zahnhälfte bekommen habe, gefühlt noch 14 Tage später in meiner Zunge wirkt. Soviel zu den psychischen und physischen Randbedingungen.

    Am Montag habe ich zugunsten einer hoffentlich beschleunigten Heilung meines Zahnes, meine sportlichen Bemühungen erstmal eingestellt, das hatte natürlich wieder hervorragende psychische Auswirkungen. Also entweder ich fange wieder an mit dem Sport oder bin spätestens zu Weihnachten SAD.

    Die letzten zwei Tage hatte ich nicht mal mehr Lust mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, ok es hat praktisch geregnet, aber ich hatte auch theoretisch keine Lust, das ist aber aus Prinzip ein schlechtes Zeichen. Heute habe ich nach der Arbeit (Gerlingen) beschlossen, einen BurgerKing mit dem Auto zu suchen. Hervorragende Idee! Der erste BurgerKing, den mein Handy Navi anvisierte, war im Stuttgarter Flughafen. Aber ich hatte keine Lust zu exorbitanten Kosten zu Parken, also bin ich dank Stau auf der Autobahn einmal quer durch Stuttgart gefahren und habe den BurgerKing in Bad Canstatt versucht, dessen Parkplätze aber leider belegt waren. Nächster Versuch war in Waiblingen, an dem bin ich aber irgendwie vorbeigefahren. Letztendlich war ich nach über 1 Stunde Fahrt im McDonalds in Kornwestheim! Omg jetzt fahre ich schon schwachsinnig mit dem Auto durch die Gegend! Aber ich habe das Kunststück fertig gebracht, trotz Unmengen an Staus um mich herum in keinem einzigen zu stehen!

    Nun kann man sich meine Motivation vorstellen, wenn es daran geht, sich mit der lieben Familie an Weihnachten den Bauch vollzuschlagen. Da ich an Weihnachten in den letzten Jahren sowieso nie was anderes gemacht habe, als ständig im Internet herumzugammeln, und jetzt steht mein PC nicht mal mehr daheim! ;-( Und der Fluchtplan mit einer Woche Ski fahren ab dem 1. Weihnachtsfeiertag ist dieses Jahre mangels finanziellem Spielraum auch flach gefallen.

    Also warte diesen Advent nicht auf den Weihnachtsmann sondern eher auf die Klärung meiner Zahnsituation, auf die Füllung meines Kontostandes, und auf einen erholsamen Urlaub. Die drei Wünsche werden sich aber bis Weihnachten sicher nicht erfüllen, von daher muss ich halt auch im neuen Jahr weiterwarten…

    // Wann wird aus Warten Prokrastination?

    Enhanced by Zemanta
  • Gierige Eintriebs Zentrale

    Geschrieben am 6. Oktober 2009 Xooyoo 2 Kommentare

    Heute hatte ich Post von der, von mir heiß geliebten, GEZ im Briefkasten. Immer wenn das der Fall ist denke ich mir: “Och ne, was will der Chaotenhaufen den dieses Mal von mir, ich zahl doch jedes Jahr über 200 Euro für diesen Schwachsinn einen Service den ich nicht nutze!”

    Heute will die liebe Gebühreneinzugszentrale eine “Bestätigung der Einzugsermächtigung” von mir.  Jetzt mal ernsthaft, in keinem Satz wird geschrieben, Warum ich diesen Wisch ausfüllen soll. Ich nehme doch an diesem wundervollen Lastschrifteinzugsverfahren schon teil.

    Aber die größte Frechheit kommt noch, für Rückfragen wir eine 01805 er Nummer angegeben für 6,5 Cent in der Minute. Hallo?!?! Ich habe dieses Jahr 215,76 Euro gezahlt, da kann man ja wenigstens eine 0800er Nummer angeben.  Den unterschrieben Wisch soll ich dann im vorbereiten Rückumschlag zurücksenden. Ja vielen Dank, liebe GEZ. Pikanterweise steht dort noch drauf:

    Bitte freimachen falls Marke zur Hand.

    Am Arsch, für 215,76 Euro im Jahr kann ich ja wohl erwarten, dass ich das Formular entweder faxen, einen vorfrankierten Briefumschlag bekomme, oder den ganzen Vorgang online abwickeln kann. Im Vergleich zur GEZ ist ja sogar das Finanzamt einigermaßen service-orientiert!

    Ich werde den gesamten Gebühreneinzugzentralenvorgang jetzt dem Platz überantworten wo er hin gehört. In den Papierkorb!

    Man, bin ich heute rebellisch!

    Enhanced by Zemanta