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  • Nina Janich: Werbesprache Ein Arbeitsbuch

    Geschrieben am 7. November 2011 Xooyoo 2 Kommentare

    Ehrlich gesagt, ich hatte bei dem Untertitel: Ein Arbeitsbuch daran gedacht, man könnte mit dem Buch arbeiten, doch dieses Buch bedeutet vor allem eines: Arbeit. Bei Bloggdeinbuch hatte ich ein Rezensionsexemplar von Nina Janich: Werbesprache  - ein Arbeitsbuch erhalten. Ausgewählt hatte ich den Titel weil ich mich als Entwicklungsingenieur doch von Zeit zu Zeit auch mit Marketing auseinandersetzen muss, ich meine Marketingkenntnisse irgendwo zwischen nicht vorhanden und rudimentär einschätze, also kann ein bißchen Weiterbildung nicht schaden.

    Kaum hatte ich das Buch erhalten begann ich die ersten Seiten zu verschlingen. Nach 35 Seiten kam ich mir ungefähr so vor, als hätte ich gerade einen allgemeinen wissenschaftlichen Artikel über Korrosion an Nichteisenmetallen gelesen. Um diese Analogie zu erklären: Korrosion ist beispielsweise wenn Eisen (das heißt Stahl) rostet.  Nichteisenmetalle sind Metalle wie beispielsweise Aluminium, einem Werkstoff mit dem ich mich beruflich des öfteren auseinandersetze. Setzt man nun Aluminium in Küstennähe ein wird z.B. durch den Salzgehalt der Luft eine elektrochemische Reaktion in Gange gesetzt die das Aluminium schlichtweg einfach “auffrisst” und sozusagen Krümmel zurücklässt. Das ganze Sachgebiet ist ungeheuer faszinierend aber ziemlich schwer zu verstehen, da eben viele verschiedene Angriffsbedinungen vorliegen können, man bedenke nur, dass es viele Materialien gibt, die mit SxOy Probleme bekommen. Diese Schwefeloxide entstehen bei jedem Verbrennungsvorgang (Autos, Heizungen…). Jetzt versuchen Sie mal abzuschätzen ob das Zeug für ihre Konstruktion gefährlich wird oder nicht.

    Normalerweise hätte ich das Buch genommen und in die Ecke gelegt, und es wahrscheinlich nie wieder herausgeholt, wenn ich es nicht kostenlos vom Narr Verlag bekommen hätte und mich dafür verpflichtet hätte eben jenes Buch hier zu besprechen.

    Anfangs erschien mir das Buch als eine Art Skript, wie man es als Student zu Beginn des Semesters erhält und im Laufe des Semesters durcharbeitet. Im weiteren Verlauf meines Lesevergnügens fiel mir aber auf, dass ich in keinem Skript meines Maschinenbausstudiums eine solche Vielzahl an Zitaten, und Querverweisen vorgefunden hatte. Das könnte jetzt verschiedene Gründe haben:

    1. Wer nichts beweisen kann, sucht seine Legitimation in verschiedenen Querverweisen, weil wenn alle den gleichem Müll erzählen, muss das bekanntlich richtig sein. (auch bekannt als Geisteswissenschaften- Bashing)
    2. Es wurde in diesem Buch extrem viel Wert auf eine Diversifikation der Quellen gelegt um dem Leser eine möglichst breite Wissensbasis zu geben.

    Ich hab mir nicht die Mühe gemacht auch nur eine im Buch genannte Quelle gegen zu lesen, da dies mit einem noch höheren Zeit und Kostenaufwand verbunden gewesen wäre.

    Also lässt sich resümieren, dass die Sprache der Werbung keine Sondersprache im eigentlichen Sinne ist, sondern lediglich eine instrumentalisierte, zweckgerichtete und ausschließlich auf die Anwendung konzipierte Sonderform der sprachlichen Verwendung darstellt, die naturgemäß eigenen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, aber dennoch auf engste mit der Alltagssprache verwoben ist. (Baumgart 1992:34)

    Ok, dieses Zitat findet sich auf Seite 46! des Buches. Das hat mich schwer schockiert, dass ich die Definition des Titels erst auf Seite 46 zu lesen bekomme. Auf den 20 Seiten davor gibt es eine allgemeine Beschreibung von Werbung. Dieses 30 seitige Kapitel befasst sich sozusagen mit dem Warum?
    Danach erschöpft sich auf ca. 60 Seiten das Wie?  Es wird an viele Werbemöglichkeiten gedacht, selbst schon Werbemöglichkeiten auf facebook und gar ein Ausblick auf das semantische Web wird gewagt. Dominierend bleibt aber die Abteilung Print. Schlichtweg einfach auf Grund der Tatsache, da es hier das umfangreichste Material an weiteren wissenschaftlichen Veröffentlichungen gibt.
    Es folgt der Eigentlich Kern des Buches, hier wird vor allem Printwerbung in allen Varianten vorgestellt und untersucht. Aber mal ehrlich ich habe keine Ahnung was ich z.B. unter einem “adverbiellen Phraseologismen”, “Remotivation eines Phraseologismus” oder auch “Metakommunikativer Kommentar” verstehen soll? Sieht man aber von den viel unverständlichen Fachausdrücken ab, erhält man eine fundierte Analyse über die unzähligen verschiedenen Arten von Werbung.

    Was soll ich also über dieses Buch sagen? Ich tue mir ehrlich schwer, eine Wertung über dieses Buch abzugeben. Ich fand so viele “böhmische Dörfer” vor, dass ich komplett orientierungslos in dem Buch war. Auf jeden Fall lässt sich festhalten, dass ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu der Zielgruppe dieses Buches gehöre.
    In den Ingenieurwissenschaften wird meiner Ansicht nach härter zwischen wissenschaftlichen Ausarbeitungen und Lehrbüchern unterschieden. In Lehrbüchern wird gerne, wahrscheinlich aus Gründen der Verständlichkeit auf eine allzu genaue Referenzierung verzichtet. Die ständigen und Soundso hat im Jahre Anno dazumal, dass und das festgestellt, kommen im Endeffekt viel zu häufig vor, ein simples These [x] hätte an 99% der Stellen des Buches vollauf genügt. Das entsprechend alphabetisch geordnete, nicht durchnummeriertes Literaturverzeichnis empfinde ich als Leser als eine Zumutung, was Abzüge in der B- Note nötig macht. Eine A- Note für den Inhalt zu vergeben, fällt mir unglaublich schwer, so dass ich dem gesamten Buch 4/5 möglichen Sternen geben würde, mit dem Warnhinweise: Achtung, dieses Buch ist für nicht Sprachwissenschaftlich interessierte Personen ungeeignet.

     

    ntworten zu “Nina Janich: Werbesprache Ein Arbeitsbuch” RSS Icon

    • xoyooo hier is ja fast gar nix mehr loooos und in twitter au net!! alles ok bei dir? lg

    • Ohja das ist mir auch schon aufgefallen… Aber irgendwie ist grad Oktober und November, da lässt meine Schreibfrequenz glaube ich jedes Jahr etwas nach. Aber ansonsten ist soweit alles in Ordnung, danke. P.S. Nett dass mich jemand vermisst!

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