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  • Barcamp Stuttgart: Review

    Geschrieben am 29. September 2008 Xooyoo 4 Kommentare

    Dieses Wochenende fand das Barcamp Stuttgart statt. Irgendwann im August oder September hatte ich davon auf irgendeinem Blog gelesen, und mich spontan angemeldet. Ein Barcamp ist ein “Meet and Discuss” von Personen, die sich mit den Auswirkungen, der Gestaltung oder in sonst einer Form mit dem Web beschäftigen. Dahinter verbirgt sich keine starr geplante Konferenz, sondern ein dynamisches Konzept, das die einzelnen Vorträge zuerst auf Interesse abklopft, und danach in ein vorgebenes Zeitfenster einpasst.

    Nachdem ich mich also angemeldet wusste ich nicht was mich dort erwartete. Sollte ich etwa einen Vortrag halten, und vor allem über was? Im Internet bin ich zwar schon länger mit Homepage präsent, bloggen tue ich inzwische auch über 3 Jahre, aber Was habe ich denn interessantes zu erzählen? So hatte ich im Vorfeld leichte Sorgen was mich dort erwarten würde.

    Freitag abend begann das Barcamp im Ratskeller in Stuttgart, eine lockere Eröffnung und getreu meinem Motto:

    Wenn du nicht weiß wozu du da bist, wie wäre es mit Bier trinken?

    habe ich kurzerhand ein Bier geordert, mich zu jemanden dazugestellt, und mal eben nachgefragt warum er denn heute Abend hier ist. Im Nu war der Abend vorbei ich hatte mich mit allerlei netten Leuten über Bildung, Wissensressourcen, Blogs und was weiß ich noch was alles unterhalten. Gegessen habe ich auch noch lecker Maultaschen, und nach 2 Bier war ich auch nicht weiter verwundert als plötzlich mein Name durch den Raum gebrüllt wurde. Ich hatte nicht mitbekommen, dass mein Namensschild aus Vorder- und Rückseite besteht, und der gute Jan hat es mir freundlicherweise hinterhergetragen.

    Samstag morgen setze ich mich froh gelaunt aufs Rad und radle nach Stuttgart, leider hatte ich verpasst mir den genauen Standort der Location einzuprägen, also stand ich irgendwann in Stuttgart habe mein Handy aufgeschoben und mittels GPS nach der Location gefandet.

    Dort eingetroffen gab es ein leckers Frühstück, aber leider statt Kaffe einen Lache heißes Wasser auf dem Boden. Weiter ging es mit der Sessionplanung, in der ein riesiges Überangebot herrschte, ich mich mit einer marktüblichen Reaktion vornehm zurückhalten konnte.

    • Als erste Session besuchte ich öffentliche Wissenschaften im Web 2.0 von Christian Spannagel, zu dem ich anschließend sofort ein Blogpost online gestellt habe.
    • Webstandards, moderiert von Ute Hauth, war eine Diskussion in der ich mir reichlich alt vorkam. Hängt sicherlich mit meinem Job zusammen, entsprechen meine Konstruktionen nicht der Norm, werden sie wohlmöglich vom Markt genommen, also sollte ich mir große Mühe geben diese zu befolgen. Leider scheint das weder Micrsoft mit dem Internet Explorer noch Mozilla mit dem Firefox zu blühen, weshalb es im Web die buntesten Blüten treibt. Als Lösung würde ich die ISO oder zumindest eine EG- Richtlinie vorschlagen. ;-)
    • Es ging die Treppe nach oben, wo die neue Unternehmergesellschaft vorgestellt wurde. Eine Kapitalgesellschaft für Einsteiger, erinnerte mich sehr an meine BWL Vorlesungen, unglaublicherweise gefielen mir diese ebenso. Die Session wurde von einem Anwalt der Kanzlei Diem und Partner gehalten, die das Barcamp auch gesponsert hatte. Immerhin bin ich um die Erkenntnis reicher, dass ich keine 25000 Euro mehr benötige um eine Kapitalgesellschaft zu gründen.
    • Anschließend hielt Dr. Carsten Ulbricht einen Vortrag zum Thema Recht im Web 2.0 mit dem Fokus auf User generated Content. Ich hatte mich aus diversen Gründen in den letzten Jahren ab und an mit dem Thema auseinandergesetzt, und so war ich gespannt den Ausführungen eines Profis zu lauschen. Mit der Zeit stellte ich fest, dass meine Meinungsbildung über diverse Internetquellen recht gut geklappt hatte. Ich hatte von vielen Aspekten des Vortrages schon gehört und sie sogar einigermaßen richtig eingeordnet.
    • Am späten Abend besuchte ich eine Session von zum Thema Enterprise 2.0 und Unternehmenskultur. Ehrlich gesagt, ich hab die Hälfte nicht wirklich kapiert, was Martin Koser ausführte. Die Grundtendenz Web 2.0 Instrumente in Unternehmen zu verwenden verstand ich dann noch. Nur der Wulst an Fremdwörtern von Collaboration, Integration und was weiß ich machte das Thema schwer zugänglich. Gleichwohl ist mein Interesse an dem Thema definitv geweckt, aber da werde ich mich wohl einlesen müssen.

    Der Tag war geschafft, ab ging’s ins Mash Stuttgart zum Essen fassen. Verwirrend, es gab im Schwabeländle Schnitzel ohne Soße, ich war aber dermaßen platt, dass ich mich recht schnell auf’s Rad schwang und nach Hause radelte. Daheim fiel ich ins Bett und wachte am Sonntag morgen so pünktlich auf dass ich nach dem Duschen schon wieder auf dem Radel saß und in Stuttgart angekommen, noch eine halbe Stunde Zeit zum Frühstücken hatte. Diesmal gab es auch Kaffee. ;-)

    • Endlich mal jemand der ein Produkt zum Anfassen dabei hatte! Juhu! Crow n Crow stellt selbst designbare Taschen und Sitzsäcke her. Interessante Idee, allerdings in einem hochpreisigen Segment, dafür war die Qualität der gezeigten Erzeugnisse, Sitzsäcke und Taschen überzeugend. Jetzt muss ich mir nur noch was zum Thema “You grill, I chill” designen, und schon kann ich mir endlich ne neue Tasche kaufen. ;-)
    • Openstreetmap ein Projekt vor dem ich nur den Hut ziehen kann. Hier versucht eine Community die Welt in einer Karte mit einer unvergleich hohen POI Dichte zu mappen. Brutaler Aufwand, aber immerhin ist damit teueres Kartenmaterial, für Straßenkarten, Navigationsgeräte bald Geschichte. Es fehlt nur gerade wohl an einem technisch top ausgerüsteten Partner, der die Webabwicklung unterstützt.
    • Nachdem ich gestern das Thema Enterprise 2.0 zwar nicht kapiert hatte, aber doch interessiert war besuchte ich einen Vortrag von Tobias Glawe zum Thema Web 2.0 Applikationen in Unternehmen, der Vortrag war so konkret, dass auch ich etwas verstanden habe! Gefragt habe ich mich nur noch, was mir Blogs und Wikis im Unternehmen bringen, wenn wahrscheinlich Niemand so recht was er damit anfangen soll. Aber mit der Zeit habe ich ein Bild davon, wie erwähnt ich werde mich mit dem Thema Befassen.
    • Nach lauter anstregenden Sessions war es Zeit für ein wenig Entschleunigung. Anmodiert von Master Yoda: entwickelte sich eine sehr anschauliche philosphische Diskussion über die Hektik der heutigen Zeit und ihre möglichen Ursachen. Ein wirklich gelungener Abschluss.
    • Zu Guter letzt wohnte ich noch der Manöverkritik der Organisatoren bei, wobei ich reichlich ruhig blieb da das Lob richtig ankam und Kritik wirklich überflüssig war.

    Zusammengefasst war das Barcamp Stuttgart ein richtig gelungenes Event! Ein riesiges Lob an die Sponsoren und Organisatoren, und natürlich an Alle, die das Barcamp mit Leben gefüllt haben. Hoffentlich bis zum Barcamp2 in Stuttgart.

    Enhanced by Zemanta
     

    ntworten zu “Barcamp Stuttgart: Review” RSS Icon

    • Schön, dass es dir gefallen hat und wird sich beim nächsten Barcamp wieder sehen. Und das mit dem Hinterhertragen klingt so negativ. :-) Dein Schild bleib einfach beim Zusammenpacken der Namensschilder übrig und da habe ich es seine Bestimmung zugeführt. Das zweite Schild war von einer Teilnehmerin. Da war die Zuordnung angesichts der leider zu geringen Frauenquote deutlich leichter…

    • Klasse Zusammenfassung hast du hier geschrieben. Witzig, dass sich jemand selbst in meiner Gegenwart noch alt fühlen kann.

    • Ups, was vergessen…
      Natürlich sind alle Formen von Werkzeugen, egal ob Blog, Wiki oder ähnliches in einem Unternehmen erst dann sinnvoll, wenn die _Mitarbeiter_ glauben, dass es gute Gründe für das jeweilige Tool gibt und sie deshalb damit umgehen wollen.

      Unser Mitarbeiterblog ist noch relativ neu, wird aber rege genutzt, weil alle eingesehen haben, dass die Mails und Chats jeweils komplizierter zu nutzen und zu handhaben sind. Im Blog sind bei uns alle Infos für alle Mitarbeiter einsehbar.

      In anderen Unternehmen bräuchte man wahrscheinlich noch Gruppeneinteilungen, so dass nur die das lesen können, was sie auch betrifft.


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