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SAP Hauptversammlung die Zweite
Geschrieben am 3. Juni 2008 1 KommentarSo bin gerade aus Mannheim von der SAP Hauptversammlung zurückgekehrt. Im Vergleich zu letztem Jahr fand sie diesesmal in der SAP Arena statt. Das hatte mehrere durchschlagende Vorteile.
- Ich war pünktlich da
- Es gab genug Platz für alle
- Die Atmosphäre in der Halle war lockerer als im Kongresszentrum
Die Location hatte natürlich auch Nachteile:
- Die Treppen der unteren Stadionränge sind blechern, da sie je nach Zweck verschwinden können. Wenn jemand gelaufen ist hat es schön geklappert.
- Die “geschlossene Tür Politik des Hauptsaales: Es standen an jeder Tür hübsche, junge Mädels die mir die Tür öffneten, fand ich witzig, zumal ich nicht glaube, dass der Gastronomielärm in den Saal gedrungen wäre.
Thematisch war die Hauptversammlung doch relativ harmonisch:
- Alle waren sich einig, dass der Aktienkurs eigentlich viel zu tief ist. (obwohl das KGV relativ hoch ist)
- Die Übernahme von Business Objects wurde als zu teuer kritisiert, worüber man sich sicher streiten kann. Aber bei den Fantasiepreisen die teilweise für IT Unternehmen gezahlt werden, hält sich die Übernahme doch in einem vernünftigen Rahmen.
- Hinzu kam die Verwunderung über den “Strategiewechsel”, dass SAP plötzlich auch im großen Stil zukaufen kann.
- SAP Business ByDesign wird wohl weiterhin erstmal eine BETA bleiben und weiter getestet.
Für mich persönlichen waren zwei Punkte besonders interessant.
Business Objects
Ich habe zwar kaum verstanden wozu das Teil genau gut ist. Ok, es bereitet wohl Informationen so auf, dass man auf Basis derer eine möglich gute Entscheidung treffen kann. Interessant finde ich dabei das Diagramm auf Seite 027 des Geschäftsberichtes. Wenn ich das richtig interpertiere kann die Software über die entsprechenden APIs auf Social Networks zugreifen, mit MashUps erweitert werden, und Daten aus normalen Dateien auswerten. Hinzu kommen noch Daten die in Clouds abgelegt sind, die Daten der normalen Business Software und unstrukturierte Daten wie einfache Dokumente.
Hört sich für mich nach der Sammlung einer riesigen Datenbasis für statistische Auswertungen an. Ich würde wirklich gerne diese Software in Aktion erleben. Vor allem würde ich aber wirklich gerne in groben Zügen wissen wie die Software arbeitet.
Business ByDesign
Eine webbasierte Unternehmenssoftware die auf SAP’s Servern läuft und via Internet bedient werden kann. Halte ich für mittelständische Unternehem für ausserordentlich attraktiv. Das große Problem hierbei wird nur sein die Anwender zu überzeugen sämtliche Daten durchs Internet zu schicken. Sollte mit diversen Verschlüsselungen eigentlich relativ sicher sein, aber nachdem man jahrelang mit Virenmeldungen, Trojanerwarnungen usw. zugemüllt wurde halte ich die Hemmschwelle gerade von mittelständischen Unternehmen eher für groß, auf diese Art der Unternehmenssoftware umzusteigen. Dass ich persönlich sehr viel von dem Ansatz halte diese wichtigen Businessunterlagen übers Netz in eine SAP “Mini- Cloud” zu übertragen und so das riesige Problem des IT Managements wie Server Administration usw. aus kleinen Unternehmen zu verbannen.
Lustige Begebenheiten
Manchmal gleicht so eine seriöse Hauptversammlungen auch ein klein wenig einer Comedyveranstaltung.
- Der Aufsichtsratsvorsitzende schlägt plötzlich statt 0,50 Euro 50 Euro Dividende vor.
- Ein Anleger sorgt sich um die Geschwindigkeit von Business by Design. Da muss sich das Unternehmen halt einen schnellen Zugang besorgen, aber das ist ja nicht das Problem von SAP. Ich glaube kaum, dass bei den Kosten für die Miete der Software die Miete für einen ordentliche Internetanbindung der SAP Server sehr stark ins Gewicht fallen wird, und das SAP am Load Balancing der Anwendung scheitern könnte halte ich für ausgesprochen unwahrscheinlich.
- Ein Aktionär hat sich doch tatsächlich darüber beschwert, dass eindeutig zu viel englische Wörter von SAP verwendet werden.
Schlusswort
Wie es sich gehört habe ich jetzt wieder einen Jahresvorrat an Kugelschreibern und Schmierpapier mit SAP Logo. Das Catering war wirklich topp, und die Bedienungen sehr freundlich. Mir wurden die feinen Miniwindbeutel mit Sahne förmlich aufgedrängt. Zu guter letzt habe ich noch gegen Punkt 8 der Tagesordnung gestimmt, damit ich auch mal gewählt habe. Nicht ganz, aber ich halte die Verwendung von Eigenkapitalderivaten beim Erwerb eigener Aktien für ein klein wenig unnötig. (Ok, ich habs nicht ganz verstanden, aber sie konnten mich nicht davon überzeugen zu was sie das Instrument benötigen.)
Mit meiner 2. Dividende hat mein Investment in SAP schonmal die Ordergebühren hereingeholt. Da ich der armen Aktie wie alle anderen Anwesenden auch einen wesentlich besseren Kurs wünsche werde ich sie auch noch weiter in meinem Depot liegen lassen. Da jetzt ja die komische Abgeltungssteuer kommt werde ich auch wahrscheinlich, sollte nicht ein Liquiditätsengpass auftreten, noch länger Aktionär von SAP bleiben. Auch wenn ich in den nächsten Jahren wohl eher nicht mehr auf den Hauptversammlungen vorbeischauen werde um mir den Magen vollzuschlagen.
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[...] dort meine bevorzugten Aktien außerbörslich ordern. Dann darf ich einmal im Jahr zu einer sensationellen Hauptversammlung, deren Entertainmentwert, den von eurem financial entertainment um Welten schlägt, und dazu [...]
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Unfreiwillig komisch: Ascent | Xooyoo 21. Februar 2010 um 17:25