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  • Bildungspolitik für die BDP

    Geschrieben am 5. März 2008 Xooyoo 5 Kommentare

    Redflog aka Tobias ist im Begriff Blog- die Bloggerpartei zu gründen. Dafür braucht er ein Parteiprogramm, das von möglichst vielen verschiedenen Bloggern ausgearbeitet werden soll. Da ich über knapp 20 Jahre Erfahrung in einem miesen Bildungssystem verfüge, liefere ich ein paar Grundlagen zur Bildungspolitik.

    Bildungspolitk für ein neues Zeitalter

    Das aktuelle Bildungssystem kränkelt, wie die PISA und andere Studien zeigen an allen Ecken und Enden. Da die Strukturen stark verkrustet sind wird eine Reform erst gar nicht versucht, sondern die Bildung komplett auf neue Beine gestellt.

    Abschaffung der Schulpflicht und Einführung einer Prüfungspflicht

    Durch die gleichen starren Lehrpläne an allen Schulen wird die Kreativität der Kinder unnötig beschränkt. Dass allen Kindern dadurch die gleichen Chanchen gegeben werden ist ein sozialistisches Märchen.

    In der zukünftigen Bildungskarriere eines Schülers wird gelevelt, wie es die Jugend aus unzähligen MMORPG Spielen kennt.

    Der Staat bzw. die Bundesländer haben in ihren schulischen Einrichtungen dafür Sorge zu tragen, dass einmal in der Woche ein Prüfungstag stattfindet. Zu einer bestimmten Anzahl an Prüfungstagen im Jahr haben alle Kinder und Jugendlichen zu erscheinen und müssen  min. eine Prüfung ablegen.

    Durch das Bestehen einer Prüfung steigert sich das Level des jeweiligen Schülers im jeweiligen Fach, und er hat die Vorraussetzung zur nächsten Prüfung geschaffen.

    Weiterhin bietet der Staat Kurse in den entsprechenden Leveln kostenlos an. Diese werden als Präsenzveranstaltungen und als E-Learning angeboten. Sollten Eltern sich entschließen ihre Kinder privat zu unterrichten ist dies durchaus erwünscht.

    Um die Vielzahl an Vereinen im sportlichen und musischen Bereich weiter zu fördern, werden Aktivitäten in diese Bereichen ebenfalls mit Erfahrungpunkten belohnt.

    Ab dem 14. Lebensjahr wird es Praxislevel geben.  Hierin können sich die Jugendlichen im Kooperation mit Firmen begeben. In einem 2- monatigen Rhytmus wird zwischen Praxis und Theorie getauscht. Zwischen den Firmen und den Jugendlichen bzw. deren Erziehungsberechtigten herrscht Vertragsfreiheit.

    Bildungsunwillige Schüler die innerhalb von 2 Monaten keine Prüfung bestanden haben, werden zu ihrem eigenen Schutz in “Boot Camps” geschickt. In diesen wird mit Hilfe von militärischen Drill das Versäumte aufgeholt, befindet sich der Schüler wieder auf Einer Gesamterfahrung des Mittelwertes – Standardabweichung seines Alters kann er ins normale Schulsystem zurückkehren.

    Für Abschlüsse muss in mehreren Fächern eine Mindestanzahl an Leveln erreicht werden, ebenso wie eine sich aus der Summe der Level ergebende “Gesamterfahrung”.

    Bis zum Erreichen des 10. Lebensjahres ist eine Grundqualifikation zu Erreichen.

    Sollte bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres nicht min. ein berufsqualifizierender Abschluss erreicht worden sein, wird der Erwachsene in einem Boot Camp aufbauend auf seinen bisher erreichten Leveln in den nächst möglichen Abschluss gepusht.

    Nach Erreichen des 18. Lebensjahres sollte der Jugendliche in der Lage sein min. einen Beruf auszuüben. Will er oder sie sich auf dem schulischen Wege weiterqualifizieren, sind ein festzusetzender Betrag an Gebühren zu entrichten.

    Vorteile:

    Intelligente Kinder erwerben während ihrer Bildungskarriere im Vorübergehen mehrere berufsqualifizierende Abschlüsse, was sie für den Arbeitsmarkt attraktiver macht.

    Bildungsschwache Jugendliche werden bevor sie aus dem sozialen Netz fallen in ein Berufsbild gepresst, dass ihren bisher gezeigten Stärken entspricht.

    Die Kinder und Jugendlichen können ihr Lerntempo selbst bestimmen und hängen nicht in starren Strukturen fest in denen sie sich so lange langweilen bis zu keine Lust mehr haben. Andererseits werden sie auch nicht mit Stoff überfordert denn sie nicht verarbeiten können.

    Die Bandbreite der Bildung wird wesentlich größer. So können Grundlagen von Disziplinen die heute nur an Hochschulen vermittelt werden, auch schon während des ersten Bildungsweges abgeprüft werden.

    Die Kurse sind nicht homogen besetzt. Schwächere Ältere lernen zusammen mit aufstrebenden Jüngeren.

    Auch volljährige im Arbeitsleben können staatlich qualifizierte Abschlüsse erreichen wenn sie oder ihr Arbeitgeber bereit sind eine Gebühr zu bezahlen.

    Die Aufteilung in Gymnasium, Hauptschule und die damit einhergehennde Katgorisierung der Schüler fällt ersatzlos weg.

    Schulferien sind überflüssig, und könnnen geplant werden wann die Eltern bzw. die Kinder wollen.

    Nachteile:

    Nicht jeder Kurs kann in einem “Dorf” stattfinden, die Bildung wird deshalb wohl stärker zentriert sein als heute.

    BootCamps stellen ein Eingriff in die Grundrechte der jeweiligen Person dar.

    Die Eltern werden in den ersten Jahren stark mit einbezogen werden müssen, damit ihr Kind die richtigen Kurse zur Grundqualifikation abschließt, und die entsprechenden Level erreicht.

    Ein Hoch auf unsere neue Partei: Blog – die Bloggerpartei!

    Dies ist ein kurzer Zusammenschnitt meiner Vision für ein fortschrittliches Bildungssystem, auf Kommentare bin ich sehr gespannt.

     

    ntworten zu “Bildungspolitik für die BDP” RSS Icon

    • hmmm, von der grundsätzlichen idee bin ich recht begeistert, die frage ist allerdings ob man das wirklich schon in sehr jungem alter von den schülern erwarten kann damit umzugehen.
      und würde der umstieg ins berufsleben schwerer, wo die strukturen meist ja doch straffer sind?

    • Klar in jungen Jahren wird das problematisch, aber ich denke hier kann und sollte der Staat die Hilfe von Eltern erwarten. Aber gerade am Anfang sind Schüler und Eltern in der Regel auch extrem motiviert etwas zu lernen. Von daher glaube ich nicht, dass hier viele negative Auswirkungen zu befürchten sind.

      Den Umstieg ins Berufsleben will ich ja durch die Praxislevel auffangen. Das hatte ich vielleicht nicht weit genug ausgeführt. Für fast alle Abschlüsse werden Praxispunkte benötigt, die in einem entsprechenden Betrieb gesammelt werden. Praxispunkte können idealerweise nur in dem Bereich vernachlässigt werden, wo man gleich eine akademische Karriere anstrebt. Das war vielleicht ein bissel kurz. ;-)

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